Rubrik

Ausgabe 14-15/2026

15 Beiträge

Vom Ende her neu anfangen

Wo erleben wir Momente eines ‹Stirb und werde!›? An welchen Stellen oder in welchen Momenten sind wir selbst betroffen von einem Auferstehungserleben? Und wie tritt es ins Bewusstsein? Wir baten einige Sektionsleitende am Goetheanum um kleine, durchaus auch persönliche Beiträge, in denen sie solche Momente wahrnehmen.

Sonja Zausch, Bart Vanmechelen, Jan Göschel, Eduardo Rincón, Vesna Forštnerič Lesjak, Stefan Hasler, Nathaniel Williams, Karin Michael, Peter Selg, Philipp Reubke und Ueli Hurter · 01. April 2026 · 22 Min.

Die innere Botin wecken

Mein Weg zum Anthroposophiestudium begann mit einer Überraschung. Während eines Retreats in Basel im Februar 2025 besuchte ich das Goetheanum als Touristin. Als ich das erste Mal vor dem majestätischen Gebäude stand, spürte ich sofort eine tiefe Verbundenheit – fast wie eine Berufung. Ich meldete mich für den englischsprachigen Kurs an, ohne viel über Anthroposophie zu wissen. Als ich im September 2025 ankam, war mein einziges Ziel, etwas Neues zu lernen. Die Dozentinnen und Kommilitonen kamen aus aller Welt und brachten vielfältige Perspektiven und eine lebendige Atmosphäre mit. Unsere Studien reichten von Naturbeobachtung und Eurythmie bis hin zu Philosophie, Sozialtheorie und Kunst. Das gesamte Programm fühlte sich an wie eine inspirierte, erwachsene Version der Waldorfpädagogik. Das größte Geschenk dieses Kurses waren die tiefgründigen Gespräche zwischen Dozierenden und Studierenden – intellektuell lebendig und spirituell geerdet. Mit 56 Jahren, einem Doktortitel der Universität Oxford und jahrelanger Lehrtätigkeit kann ich sagen, dass mich diese Lernerfahrung unvorstellbar verändert hat. Nun ist meine Zeit gekommen, das Licht der Anthroposophie in meine Heimat Hongkong zurückzubringen.

Red Chan · 01. April 2026 · 1 Min.

Gruß zum 100. Geburtstag

Du feierst jetzt deinen 100. Geburtstag! Dafür gratuliere ich im Namen von allen Eurythmisten und Eurythmistinnen und allen, die sich für die Eurythmie begeistern. Du hast dich hundert Jahre für die Eurythmie eingesetzt. Du hast deine Liebe für jedes Detail dieser Kunst so ausführlich gelebt und dir so jede Regung zu eigen gemacht. Du hast den Horizont der Eurythmie erweitert, indem du so vielen Menschen die eurythmische Bewegung nahegebracht hast. ‹Eurythmie im Arbeitsleben› wurde durch dich zu einem Begriff. Dabei hast du uns Eurythmisten vorgelebt und methodisch nahegebracht, dass dabei jeder und jede seinen ureigenen Bezug zur Bewegung finden kann und niemand zurückgelassen werden sollte, wenn es um eine gemeinsame Form geht. Mag eine Form als Vorgabe Klarheit schaffen, erst durch die eigene Aktivität leuchtet daraus Eurythmie – das konnten Generationen von Eurythmistinnen und Eurythmisten von dir lernen. Zum 100. Geburtstag sende ich einen großen Dank für deine Kulturarbeit für die Eurythmie und für jede eurythmische Bewegung, der du deine Aufmerksamkeit geschenkt hast.

Stefan Hasler · 01. April 2026 · 1 Min.