Rubrik

Ausgabe 7/2026

6 Beiträge

Geistiges wird sichtbar

Geistiges wird sichtbar

Christian Goll wurde wenige Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs in Berlin geboren. Nach dem Besuch der Waldorfschule begann er an der Berliner Akademie der Künste Malerei zu studieren und wurde dort vom Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff in seine Meisterklasse aufgenommen. Aufgrund seiner intensiven Beschäftigung mit den Klassenstunden sowie den Mysteriendramen Rudolf Steiners wurden die Bilder immer stärker Ausdruck seiner seelischen Erfahrungen. Sie machen Geistiges sichtbar. Von 1971 bis zu seinem Tod am 4. Mai 2025 lebte er in Dornach und widmete sich in seinem Atelier im Haus Pyle ganz der Malerei; seine Bilder zeigte er nur sehr selten ausgewählten Besucherinnen und Besuchern. Seine Tochter Felina Goll hat sich nun zur Präsentation und zu einem Verkauf der Werke entschieden. Unterstützt vom KunstSchauDepot fand am 7. Februar im ehemaligen Atelier eine Vernissage mit Ansprache von Andrea Hitsch statt. Die Musikerinnen Birgit Böhme und Ada Meinich improvisierten dabei zu den ausgestellten Bildern. Es folgte eine offene Atelierwoche, die ihren Abschluss am 14. Februar mit einer Finissage in der Himmelsbach-Stiftung findet. Wieder werden Golls Bilder von einem Konzert von Birgit Böhme und Ada Meinich mit Improvisationen und Musik von Bach begleitet.

Clemens Engel · 12. Februar 2026 · 1 Min.

Frauen und Landwirtschaft

Frauen und Landwirtschaft

2026 ist das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Ein breites Bündnis von Verbänden aus Landwirtschaft und ländlichem Raum, zu dem auch mehrere biodynamische Verbände gehören, weist zu diesem Anlass auf die kontinuierliche Benachteiligung von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben hin. Mit Berufung auf die Studie ‹Frauen.Leben.Landwirtschaft.› macht das Bündnis in einer gemeinsamen Erklärung darauf aufmerksam, dass Frauen in vielen Betrieben zwar an strategischen Entscheidungen beteiligt sind und weitere elementare Aufgaben übernehmen, dies jedoch finanziell und rechtlich oft nicht anerkannt wird. Um die Situation von Frauen in der Landwirtschaft zu verbessern, hat das Bündnis acht Handlungsfelder definiert, in denen Politik, Zivilgesellschaft und Verbände aktiv werden sollten. Dazu gehört, Frauen als Eigentümerinnen und Betriebsleiterinnen zu fördern, soziale Absicherung zu garantieren, Sorgearbeit anzuerkennen und gerecht umzuverteilen, Lohngerechtigkeit sowie sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und politische Teilhabe und Repräsentation zu stärken.

Redaktion · 12. Februar 2026 · 1 Min.

Das Physische, das Lebendige, das Seelenartige

Das Physische, das Lebendige, das Seelenartige

Ich habe Mitgefühl mit jungen Menschen, die sich nach ihrem Schulabschluss fragen: Was soll ich jetzt tun? Wo kann ich mich verwirklichen? Wo werde ich gebraucht? Denn dies sind bedeutsame Fragen. Besonders in Zeiten, in denen ganze Berufe, die noch vor 20 Jahren als attraktiv, wettbewerbsintensiv und gut bezahlt galten, in Rekordgeschwindigkeit von künstlicher Intelligenz übernommen werden und den Menschen überflüssig machen. Doch in dieser Entwicklung liegt auch eine Chance für die Menschheit, sich wieder den elementarsten Dingen zuzuwenden – und dem, was das größte Zukunftspotenzial birgt: der Landwirtschaft. Vergessen, verpönt, gemieden – und doch eines der wenigen Berufsfelder, auf die wir nicht verzichten können. Ein wirklich nachhaltiger Ansatz in der Landwirtschaft wirft folgende Kernfragen auf: Was entspricht einem zeitgemäßen Umgang mit dem Boden? Mit Pflanzen? Mit Tieren? Und welche Rolle muss der Mensch in diesem Kontext künftig einnehmen? Die biodynamische Landwirtschaft ist eine Form der Landwirtschaft, die genau diese Fragen beantwortet. Sie stellt nicht die Natur, sondern den Menschen in den Mittelpunkt. Denn der Mensch trägt alle Bereiche der Natur in sich: das Physische, das Lebendige und das Seelenartige. Wer die Natur verstehen will, muss zuerst den Menschen studieren. Seit 2026 bietet das Rudolf Steiner College Kanada den Diplomstudiengang Biodynamische Landwirtschaft an. In diesem Programm werden die Teilnehmenden von mehr als 15 erfahrenen Dozenten unterrichtet, die zusammen über 500 Jahre praktische Erfahrung in der Landwirtschaft mitbringen. Innerhalb von zwei Jahren werden in wöchentlichen Onlinesitzungen tiefgreifende Einblicke in alle Bereiche der Landwirtschaft vermittelt. Der Lehrplan deckt alle Aspekte eines diversifizierten landwirtschaftlichen Betriebs ab. Das Programm umfasst außerdem vier Praktika auf verschiedenen biodynamischen Höfen. So lernen die Teilnehmenden das umfassende Beziehungsgeflecht eines biodynamischen Betriebs kennen, einschließlich neuer Ansätze für die betriebswirtschaftliche Führung. Ambitionierte Menschen, die sich in der Landwirtschaft beweisen möchten, können sich ab sofort für die Ausbildung bewerben.

Tilo Crass · 12. Februar 2026 · 1 Min.

Gute Nachrichten

Gute Nachrichten

Mitte der 1990er-Jahre wandelte die Anthroposophische Gesellschaft in Hawaii ihren kleinen, vierteljährlich erscheinenden Newsletter in eine Fachzeitschrift um. Diese informierte über Neuigkeiten, Veranstaltungen und Ideen zu Waldorfpädagogik, biodynamischer Landwirtschaft, Anthroposophischer Medizin und einem breiten Spektrum spirituell-wissenschaftlicher Themen im Pazifikraum. Nach einer erfolgreichen Pazifik-Konferenz in Hawaii und auf Wunsch der neu gegründeten Asia-Pacific Initiative Group (APIG), die sich 1996 auf den Philippinen formte, wurde das ‹Pacifica Journal› ins Leben gerufen und sowohl als Printausgabe als auch als E-Mail-PDF versandt. Über viele Jahre hinweg wuchs diese vierteljährlich erscheinende Abonnementzeitschrift, da die APIG gemeinsam mit weiteren Partnern in Indien, Thailand, Japan, Korea, Nepal, Neuseeland und den Philippinen Konferenzen organisierte. Zahlreiche Initiativen im asiatisch-pazifischen Raum wurden in der Zeitschrift vorgestellt; unabhängige Forschungsergebnisse und fundierte Meinungen wurden veröffentlicht. Das ‹Pacifica Journal› entwickelte sich schließlich zu einer halbjährlich erscheinenden, ausschließlich als PDF verfügbaren und kostenlosen Zeitschrift. Die Abonnierenden befinden sich mittlerweile nicht nur im asiatisch-pazifischen Raum, sondern weltweit. Die Lebensrealität in asiatisch-pazifischen Regionen wird besonders von sich ständig verändernden Faktoren wie Gesundheitswesen und Bildung, Klima und natürlichen Ressourcen, sozialen Krisen und Konflikten beeinflusst. Allzu oft sind Berichte aus diesen Regionen ‹schlechte Nachrichten›. Umso wichtiger ist es, auch die guten Nachrichten zu hören. Vom zentralpazifischen Archipel Hawaii und aus dem gesamten asiatisch-pazifischen Raum versucht das ‹Pacifica Journal›, einige dieser positiven Nachrichten und Informationen über die Anthroposophie in die Welt zu tragen.

Van James · 12. Februar 2026 · 1 Min.