Rubrik

Ausgabe 24/2026

15 Beiträge

Terra Parzival

Terra Parzival

Hunderte von Begegnungsfestivals in Krisengebieten, das war die aus anthroposophischem Impuls geborene Initiative Idriart. Vor genau 33 Jahren hat sie sich in das Projekt Terra Parzival in Slowenien verwandelt. Parzival in Slowenien? Wolfram von Eschenbach offenbart im neunten Kapitel seines ‹Parzival› eine genaue Landschaftsbeschreibung, wie sie noch heute in der slowenischen Steiermark zu finden ist. Das Schloss Borl Ankenstein an der Drau des Geschlechts Anschewin (slowenisch: Anžvin) ist der Ursprungsort von Parzivals Großvater Gandin und Vater Gahmuret. Parzivals Mutter Herzeloyde hat ihre Abstammung in Frankreich und Spanien. Parzival war somit der Erbe von drei europäischen Königreichen. 1938 besuchte Ita Wegman auf ihrer Heimreise von Bulgarien in die Schweiz das Schloss Borl Ankenstein und bestätigte die Bedeutung des Orts für die Parzivalsage. Rudolf Steiner beauftragte den jungen Viktor Stracke zudem damit, die Spuren Parzivals in der slowenischen Steiermark zu suchen. Jahrzehnte lang hat Stracke geforscht und ein Manuskript verfasst, das mir kurz nach dessen Tod überreicht worden ist. Wir feiern 33 Jahre Terra Parzival mit einem Questival der Begegnung und des Friedens vom 20. bis 25. Juni. Miha Pogacnik

Miha Pogacnik · 10. Juni 2026 · 1 Min.

Spiegel der Menschheit

Spiegel der Menschheit

Unsere heutige Gesellschaft wäre ohne Geld und Buchhaltungssysteme kaum vorstellbar. Sie durchdringen und strukturieren fast jeden Bereich des gesellschaftlichen Lebens. Doch war dies natürlich nicht immer so. Ein dreitägiges Seminar, das vom 19. bis 21. Juni in den Räumen der Anthroposophischen Gesellschaft in Frankreich stattfindet, untersucht die elementare Rolle von Geld und vom Rechnungswesen für die Entwicklung menschlicher Gesellschaften; von ihren frühen Anfängen bis ins digitale Zeitalter. Die heutige Welt ist von globalen, komplexen Netzwerken durchzogen und wie in einem riesigen Buchhaltungssystem werden fast alle Transaktionen elektronisch erfasst. Dies birgt sowohl Risiken als auch Chancen. Im Seminar wird die aktuelle Bedeutung von Geld und Rechnungswesen untersucht sowie ihr grundlegendes Wesen betrachtet. Die Teilnehmenden werden zudem dazu eingeladen, die vorherrschenden Systeme zu hinterfragen und finanzielle Ströme aus der Perspektive der sozialen Dreigliederung neu zu denken. Geleitet wird die französischsprachige Veranstaltung von Sylvain Coiplet, Direktor des Instituts für Soziale Dreigliederung in Berlin.

Redaktion · 10. Juni 2026 · 1 Min.

Kloster auf Zeit

Kloster auf Zeit

Vom 20. bis 25. Juli findet am Priesterseminar in Stuttgart wieder der öffentliche Sommerkurs ‹Kloster auf Zeit› statt. Dieses Jahr spüren die Teilnehmenden der Aufrichtigkeit nach. Aufrichtigkeit – was ist das? Was bedeutet es, aufrichtig zu sein, in einer Welt, in der wir uns mit all unseren Fragen an einen digitalen Chatbot wenden können? Was passiert dann mit den Wahrheiten, die nur aus dem eigenen Inneren kommen können? Was bleibt wirklich unseres? Die Aufrichtigkeit wird im Sommerkurs als eine Haltung im Menschen verstanden, die sein Verhältnis zur eigenen innersten Wahrheit offenbart. Dabei wird auch die Frage relevant, wie sich dieses innere Verhältnis zur eigenen Wahrheit auf das Verhältnis des Menschen zur Welt auswirkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden für die Dauer des Kurses Mitglieder der Gemeinschaft des Priesterseminars; sie können täglich die Menschenweihehandlung in der Kapelle erleben, nehmen an Gesprächsrunden zum Thema teil, üben sich in künstlerischen Zugängen zur Aufrichtigkeit und in Sprachgestaltung.

Redaktion · 10. Juni 2026 · 1 Min.

Ein Gefühl für die Menschheit entwickeln

Ein Gefühl für die Menschheit entwickeln

Wirtschaftliche Gesundheit ist ein Spiegel gesellschaftlicher Gesundheit. Die World Goetheanum Association (WGA) sieht im Assoziativen einen Schlüssel. In Verbindung zu arbeiten, setzt aber Verbindungsfähigkeit voraus. Welche aktuellen Trends und Herausforderungen kann man sehen? Friederike Mainz von der WGA sprach mit Karin Michael, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Co-Leiterin der Medizinischen Sektion.

Karin Michael und Friederike Mainz · 10. Juni 2026 · 11 Min.

Ein Instrument für den Ton selbst

Ein Instrument für den Ton selbst

Die Leier, Lyra oder Kithara ist eines der ältesten bekannten Saiteninstrumente. Ihre Geschichte reicht 5000 Jahre nach Mesopotamien zurück. 1926 entwickelte der Instrumentenbauer Lothar Gärtner in Kooperation mit dem Musiker Edmund Pracht eine neue Form des Instruments, sodass es jetzt seinen 100. Geburtstag feiert. Wolfgang Held im Gespräch mit den drei musikalisch und therapeutisch Tätigen Viola Heckel, Susann Temperli und Christian Giersch.

Viola Heckel, Susann Temperli, Christian Giersch und Wolfgang Held · 10. Juni 2026 · 4 Min.

Japanischer Auftakt

Japanischer Auftakt

Zum Beginn der Probenzeit für die ‹Faust›-Aufführung hat Yuma Ito, Eurythmist im Ensemble, seinen Vater Tomokazu mit dessen Frau und dessen Studierenden mitgebracht. Tomokazu ist Kampfkunsttrainer. Für das Ensemble hat er eine Reihe von Bewegungs- und Erfahrungsübungen zur inneren Stabilität mitgebracht. Bei einer Übung sollte man den Arm um den Nacken einer auf dem Rücken liegenden Person legen und sie in die Sitzposition aufrichten, ohne dass der oder die Liegende hilft. Ergebnis: Die Kraft reicht nicht aus. Sobald man allerdings gleichzeitig den Namen der liegenden Person ruft, hebt sich die liegende Position wie von Zauberhand. Tomokazu: «Wenn du den Namen rufst, dann rufst du die Einheit der Persönlichkeit herein, und das schenkt dem Leib die Kraft, sich auch ohne Willensanstrengung aufzurichten.» Es war eine geheimnisvolle Übung, die die Spielenden an die Kraft der Sprache erinnerte.

Redaktion · 10. Juni 2026 · 1 Min.