Rubrik

Ausgabe 8/2026

16 Beiträge

Malen als Hingabe

Malen als Hingabe

Sich hinzugeben erfordert von uns, das eigene Selbst ganz still werden zu lassen, um in das andere einzutreten. Dieser Zustand der Hingabe wird in der Psychologie auch als Flow bezeichnet und bedeutet so viel wie ‹im Fluss sein›. Wir vergessen die Zeit und fühlen uns im Einklang mit dem, was wir tun. Kunst zu machen, ist eine mögliche Aktivität, mit der wir diesen Zustand der Hingabe und Kohärenz erreichen können. Vom 25. Februar bis 29. April bietet die Bildungsinitiative Free Columbia den Onlinekurs ‹Painting as Devotion›, deutsch: ‹Malen als Hingabe›, unter der künstlerischen Leitung von Laura Summer an. In dem Kurs lernen die Teilnehmenden das hingebungsvolle Malen. Sie üben sich darin, in die Essenz von Subjekt und Objekt einzutreten und von diesem Ort aus zu malen, frei von intellektuellen Konzepten und Erwartungen an das fertige Bild. Dieses sieht am Ende vielleicht ganz anders aus als in vorangegangenen Vorstellungen. Der Kurs findet auf Englisch statt.

Redaktion · 20. Februar 2026 · 1 Min.

Die Zukunftsgestaltenden

Die Zukunftsgestaltenden

Optimistisch in die Zukunft blicken? Das fällt bei allem, was derzeit auf der Welt passiert, nicht leicht. Vor allem jüngere Menschen kommen nicht umhin, sich zu fragen, wie die anhaltenden Krisen sich in den kommenden Dekaden auf ihr Leben auswirken werden. Eine kleine Gruppe von ihnen blickt jedoch hoffnungsvoll in die Zukunft, mit Begeisterung und Engagement. Sie nennen sich ‹The Future Shapers›, deutsch: ‹die Zukunftsgestaltenden›, sind bis zu 40 Jahre alt und haben sich innerhalb des internationalen Netzwerks der Sektion für Heilpädagogik und inklusive soziale Entwicklung zusammengefunden. Sie alle sehen ihre Aufgabe darin, für mehr Inklusion und bessere soziale Bedingungen in der Welt zu sorgen – jedoch nicht allein, sondern verbunden und in regelmäßigem Austausch. Sie treffen sich online, organisieren Konferenzen und Arbeitsgruppen. Einige dieser jungen Zukunftsgestal-tenden berichten in kurzen Videos auf der Webseite der Sektion von ihrer Arbeit, ihrer Inspiration und ihrem Antrieb.

Redaktion · 20. Februar 2026 · 1 Min.

WaldiGPT

WaldiGPT

ChatGPT ist derzeit in aller Munde – viele schätzen das KI-Werkzeug als scheinbar unerschöpfliche Wissensquelle; viele andere stehen ihm mit Misstrauen und Kritik gegenüber. Auch an Waldorfschulen wird die Verwendung von ChatGPT diskutiert. Die Waldorfschule im österreichischen Klagenfurt hat nun ihre eigene Version entwickelt: WaldiGPT ist vor allem für Eltern, Bezugspersonen und Lehrkräfte gedacht und bietet waldorfpädagogisch fundierte und praxisnahe Antworten bei Fragen zur kindlichen Entwicklung, zu Unterrichtsmethoden und zum pädagogischen Alltag. Die KI ist dabei sowohl kostenlos nutzbar als auch als kostenpflichtiges Abo-Modell mit erweiterten Funktionen verfügbar. Der Start von WaldiGPT wird an der Schule von einem medienpädagogischen Projekt begleitet, das die Schülerinnen und Schüler an einen reflektierten Umgang mit künstlicher Intelligenz heranführt.

Redaktion · 20. Februar 2026 · 1 Min.

Die Tür ist offen

Die Tür ist offen

Das Leben im House of Youth of Peace in Nagomari entwickelt sich rasant – manchmal schneller, als wir es selbst fassen können. Von Juni bis Dezember 2025 kümmerten sich nur drei junge Personen um Haus, Tiere und Garten. Das ist nicht viel, vor allem angesichts des Umfangs der zu erledigenden Aufgaben. Doch gerade diese enge Verbundenheit und die geteilte Verantwortung machen den besonderen Reiz der Gemeinschaft aus. Der Hof und das umliegende Land waren schon immer ein Ort der Begegnung. In den vergangenen Monaten kamen Freunde, Veranstaltungsteilnehmende und Gäste aus der Ukraine, aus Russland, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und aus der Türkei nach Nagomari. Gemeinsam arbeiteten wir an den unterschiedlichsten Themen – von biodynamischer Landwirtschaft bis Wirtschaft, vom Sprachenlernen bis zur Pädagogik. Im Sommer fand hier ein Ferienlager für Kinder statt, in dem die jungen Teilnehmenden lernten, miteinander und mit dem Hof in Beziehung zu treten. In diesem Jahr wurde das Haus nach und nach für den Alltag ausgestattet: Wir haben eine Heizung und ein Badezimmer installiert, einen permanenten Wasseranschluss verlegt und führen weiterhin Reparaturen durch, während wir uns um das umliegende Gelände kümmern, die Kühe versorgen, Walnussbäume beschneiden und Trauben ernten. Diese Arbeit ist anspruchsvoll, lehrt aber Verantwortung, Demut und echte Zusammenarbeit. Manchmal schlägt Begeisterung in Erschöpfung um, oder es mangelt an helfenden Händen, Zeit und Klarheit bei der Aufgabenverteilung. Die wichtigste Lektion bleibt, achtsam miteinander umzugehen – bei der gemeinsamen Arbeit, im Gespräch, in der Stille und in Momenten des Konflikts. Die Arbeit in Nagomari geht auch über praktische Aufgaben hinaus: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Sammeln und Teilen persönlicher Geschichten aus Kriegszeiten – Stimmen von Menschen, die auf verschiedenen Seiten von Grenzen leben. Diese Arbeit ist emotional, ethisch und organisatorisch herausfordernd, öffnet aber die Tür für eine verbindende Erinnerungskultur. Dialoge und gemeinsames kreatives und praktisches Arbeiten schaffen ein Fundament für Heilung und lehren uns gleichzeitig, Grenzen anzuerkennen. In diesem Spannungsfeld liegen sowohl unsere Verletzlichkeit als auch unser Potenzial. Wir danken der Software-ag-Stiftung, der Stiftung FGB, der GLS-Treuhand mit der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und der Stiftung Evidenz für ihre finanzielle Unterstützung. Wir freuen uns immer über neue Begegnungen. Ein weiteres Jugendtreffen findet im April statt.

Leo Smyrnov · 20. Februar 2026 · 1 Min.

Gemeine Kleinigkeiten

Gemeine Kleinigkeiten

Nicht der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, kann dazu führen, dass eine Person von ihrem Umfeld bewertet, angegriffen und ausgegrenzt wird. Übergewicht gehört dabei zu den sichtbaren Attributen, die als normabweichend wahrgenommen werden und oftmals mit Vorurteilen belastet sind. Mehrgewichtigen Menschen werden allerhand negative Eigenschaften zugeschrieben, wie zum Beispiel ein Mangel an Disziplin – dabei gibt es für Übergewicht viele Ursachen, die nichts mit persönlicher Motivation zu tun haben. Krankheit, genetische Veranlagung, traumatische Erlebnisse und strukturelle Benachteiligung sind alles Faktoren, die das Gewicht eines Menschen prägen können. Der österreichische Regisseur und ehemalige Waldorfschüler Florian Moses Bayer setzt sich in seinem neuen Kurzfilm ‹Die gemeinen Kleinigkeiten› mit den emotionalen Folgen von Mehrgewicht und der daraus resultierenden sozialen Stigmatisierung auseinander. Das Leben der Hauptfigur Josef dreht sich hauptsächlich um sein Gewicht. Erst eine unerwartete Begegnung mit einem Rapper und ein Pakt mit seiner besten Freundin bringen Veränderung in sein Leben. Bayer, der für ‹Die gemeinen Kleinigkeiten› beim Max-Ophüls-Filmfestival in Saarbrücken in der Kategorie Kurzfilm sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis erhalten hat, thematisiert in der Geschichte von Josef auch größere Fragen rund um Selbstwert, Männlichkeit und Leistungsdenken. In Interviews erzählt er, wie seine Zeit an der Grazer Waldorfschule seine Kreativität schon früh gefördert hat, besonders durch das jährlich aufgeführte Theaterstück, regelmäßige Projektwochen und die generelle Atmosphäre des Ausprobieren-Dürfens.

Paula Boslau · 20. Februar 2026 · 1 Min.

Weitergeben

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Als der und jener ist zwar jeder schon da. Aber keiner ist, was er meint, erst recht nicht, was er darstellt. Und zwar sind alle nicht zu wenig, sondern zu viel von Haus aus für das, was sie wurden. Später gewöhnen sie sich an die Haut, in der sie nicht nur stecken, sondern in die man sie auch noch gesteckt hat, beruflich oder wie sonst. Aber da fand einmal ein Bursche, weit von hier, einen Spiegel, kannte so etwas noch gar nicht. Er hob das Glas auf, sah es an und gab es seinem Freund: «Ich wusste nicht, dass das dir gehört.» Dem andern gehörte das Gesicht auch nicht, obwohl es ganz hübsch war.

Ernst Bloch · 20. Februar 2026 · 1 Min.