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Theater im Augenblick

Theater im Augenblick

In wenigen Wochen beginnen die Proben für die drei ‹Faust›-Sommerspiele im Juli. Jetzt trafen sich die Spielenden Sangita Singh (Gretchen) und Jeroen Engelsman (junger Faust) nach der Spielpause zum ersten Mal. Eine Fotosession mit der Fotografin Laura Pfaehler stand auf dem Programm. 500-mal surrt der Auslöser, blitzt die Lampe, um eine Handvoll gute Fotos des Paares zu liefern. Was im Theater Bewegung ist, das wird mit der Kamera zum Moment. Wie oft geschieht es, dass dabei im eingefrorenen Augenblick die Regung der Seele erstarrt und so an Innerlichkeit verliert. In einem von 100 Bildern geschieht das Gegenteil, da ist selbst im Stillstand des Fotos die Bewegung erhalten. Sie wird zur Bewegung in der Ruhe, lässt das Gemüt der Gebannten leuchten. Das macht Porträtfotografie zu heiligem Dienst – Theater im Augenblick.

Redaktion · 20. Mai 2026 · 1 Min.

Die Bedeutung der Wärme in der Landwirtschaft

Die Bedeutung der Wärme in der Landwirtschaft

Martin von Mackensen, Leiter der Landbauschule Dottenfelderhof in Bad Vilbel, beginnt seinen Beitrag mit einer persönlichen Anekdote. Als er 15 Jahre alt war und in Kassel lebte, bat ihn sein Künstler-Onkel, für den als DDR-Bürger eine Reise nach Westdeutschland ausgeschlossen war, an seiner Stelle Joseph Beuys kennenzulernen. So kam es, durch verschiedene Umstände und Zufälle, dass der jugendliche Martin dabei war, als Beuys die Idee vorbrachte, Kassel als Kunstobjekt für die kommende Documenta zu bepflanzen. Erst Jahre nach seinem eigenen Mitwirken an der Bepflanzung fand von Mackensen heraus, dass der ‹Landwirtschaftliche Kurs› Rudolf Steiners einen signifikanten Einfluss auf Beuys’ Entwurf hatte, insbesondere Steiners Gedanken zur Blattwärme und Wurzelwärme. Von Mackensen spricht vor diesem Hintergrund über Beuys’ Kunstaktionen mit Kompost, Bäumen und goldener Krone. Er beleuchtet zudem Wärmequalitäten im Denken, die transformative Kraft der Erde als Zukunftsorgan und die Dynamik von Boden, Pflanzen, Tieren und Ton.

Redaktion · 20. Mai 2026 · 1 Min.

Teuflische Ellipsen

Teuflische Ellipsen

«Hast nichts von Bärbelchen gehört?», so fragt in Goethes ‹Faust› Lieschen ihre Freundin Gretchen. Es ist eine rhetorische, vergiftete Frage, denn Lieschen weiß, dass Bärbel unehelich schwanger ist – in der ‹Faust›-Zeit eine soziale Katastrophe. Lieschen repräsentiert diese ‹öffentliche Meinung›, den ungeschriebenen und zugleich machtvollen Kodex, was sich gehört und was nicht. Diese trifft in ihrer Scheinheiligkeit und Mitleidslosigkeit auf das ebenfalls schwangere Gretchen. Goethe wählt als Sprachform die Ellipse, bei der im Satz ein Wort ausgelassen wird, das sich aber selbsterklärend füllen lässt. In der Eingangsfrage ist es das ‹Du›, das man für den vollständigen Satz ergänzen muss. So auch im letzten Satz, wo Lieschen von Bärbels Partner spricht: «Er ist auch fort.» Hier fehlt «gegangen». Wie die so schrecklich wirkende öffentliche Meinung, die Lieschen als Drohkulisse für Gretchen aufbaut, betonen die Ellipsen in ihrer Giftrede scheinbare Selbstverständlichkeiten, das Unausgesprochene, das jedem klar ist. Weil es ungesagt bleibt, vermag man es nicht zu stellen. Das macht es teuflischer als Mephisto, denn anders als sie stellt er das Böse ins Licht.

Redaktion · 13. Mai 2026 · 1 Min.

Innere Verwandlung und Achtsamkeit für die Welt

Innere Verwandlung und Achtsamkeit für die Welt

Tho Ha Vinh war ein international vortragender Dozent für Wohlbefinden und Bruttonationalglück, der als Sohn eines vietnamesischen Diplomaten und einer französischen Mutter in Paris aufwuchs. Er leitete viele Jahre das Gross National Happiness Center in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans. In seinem Beitrag bezieht er sich auf alte Mythologien aus Ost und West, die zeigen, dass Landwirtschaft viel mehr bedeutet als der bloße Anbau von Nahrungsmitteln. Sie steht für die Verantwortung des Menschen, die Erde durch die innere Transformation der Seele zu verwandeln. Anhand von Beispielen aus seiner eigenen Biografie veranschaulicht Tho Ha Vinh, wie dies gelingen kann und wie wir ein Verständnis für die Erde und unsere Aufgaben entwickeln können, in einer Zeit, in der die Menschheit vor existenziellen ökologischen, sozialen und politischen Herausforderungen steht. An seinen Vortrag schließt ein Gespräch mit Chik Ying Chai, Jean-Michel Florin, Liron Israely und Sarah Sommer an.

Redaktion · 13. Mai 2026 · 1 Min.

Galatea, die Schönste

Galatea, die Schönste

Wo die Natur sich als Wind oder Flut bewegt, da dachten die Griechen der Antike Naturwesen, die Nymphen. Die Nereiden, hundert Töchter des Nereus, wie Platon erzählt, sind solche auf Delfinen reitenden Elementarwesen im Mittelmeer. Kalypso, die sich in Odysseus verliebt, ist eine der bekanntesten und Galatea, die ‹Milchweiße›, die schönste unter ihnen. Bei Homer ist sie mit dem einäugigen Riesen Polyphem verbunden – derselbe Mythos wie später das Märchen ‹Die Schöne und das Biest›: Schönheit macht das Hässliche schön. Bei Ovid ist sie eine Statue von solcher Schönheit, dass sich der Bildhauer in sein Werk verliebt und Aphrodite ihr darauf das Leben schenkt. Schönheit macht lebendig! Das nimmt Goethe für den ‹Faust›. Dort will der Kunstmensch Homunculus lebendig werden und stürzt sich dazu in diese Naturschönheit. Auch hier: «Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan.»

Redaktion · 07. Mai 2026 · 1 Min.

Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege

Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege

In ihrem Vortrag bei der Internationalen Jahreskonferenz 2025 der Medizinischen Sektion am Goetheanum blickt Tania Prince, ausgebildete Pflegerin und Koordinatorin bei Young Impulses in Anthroposophic Medicine (YIAM), auf die Erneuerung der Mysterien aus Sicht der Pflege. Sie legt dabei einen besonderen Fokus auf die Frage nach der Bedeutung von Christus im medizinischen Kontext. In ihre Reflexionen zu 100 Jahren Anthroposophischer Pflege bindet sie ihre eigenen Erfahrungen ein, beispielsweise ihre Arbeit als Krankenschwester in kalten, unpersönlichen Notaufnahmen und ihre Reise nach Indien, wo sie mit buddhistischen Philosophien und der indischen Heilkunst Ayurveda in Kontakt kam. Sie führt aus, wie Wärme, Licht und inneres Engagement die Pflege heute erneuern und pflegerische Fürsorge in einer immer schnelleren und digitalisierten Welt unterstützen können.

Redaktion · 07. Mai 2026 · 1 Min.

Konvent – Bühne – Sektionen

Konvent – Bühne – Sektionen

Zur Generalversammlung präsentierte Justus Wittich den Jahresbericht der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Was während der Zusammenkunft von Constanza Kaliks, Stefan Hasler, Ueli Hurter und ihm vorgetragen wurde, findet sich dort schriftlich neben Einblicken in alle zwölf Sektionen und die Bühne. Auf 52 Seiten, mit Fotos der ‹Faust›-Produktion von Andrea Pfaehler/Rafael Tavares bebildert, gibt es für Mitglieder zum Download diese reiche Dokumentation wissenschaftlichen, künstlerischen und sozialen Schaffens. Die Sektionsfelder gliedern sich dabei in die Arbeitsfelder ‹Mensch werden› durch ‹Heilen›, ‹Natur›, ‹Kultur› und ‹Soziales›. Überschrieben ist der Bericht mit dem Motiv der Generalversammlung, das sich über ein Jahr erstreckt: ‹Wege des Vertrauens›. Diesem Grundzug menschlichen Miteinanders gingen die Beiträge an der Generalversammlung nach und gipfelten in dem im Eingang des Berichtes beschriebenen Konvent zur Ausarbeitung neuer Statuten für die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft.

Redaktion · 29. April 2026 · 1 Min.

Neue Statuten bis 2027?

Neue Statuten bis 2027?

Die Anthroposophische Gesellschaft führt ihren Erneuerungsprozess weiter: Der Entwurf für neue Statuten wurde den Mitgliedern auf der Generalversammlung vom 17. bis 19. April vorgestellt und an alle Mitglieder weltweit mit der Bitte um Rückmeldung verschickt. Die Versammlung bestätigte Sebastian Bauer als neuen Schatzmeister und würdigte gemeinsam mit den Verantwortlichen der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung den Abschluss der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe.

Sebastian Jüngel · 29. April 2026 · 1 Min.

Digitale Medien: Was heißt hier ‹Kompetenz›?

Digitale Medien: Was heißt hier ‹Kompetenz›?

Die alltägliche Nutzung digitaler Medien ist ein Thema, das zwar schon länger relevant ist, aber weiterhin an Dringlichkeit zunimmt. Gerade an Schulen und im Elternhaus birgt es zwischen Erwachsenen und Kindern sowie Jugendlichen ein großes Spannungs- und Konfliktpotenzial. In ihrem medienpädagogischen Workshop laden Severin Pöchtrager, leitender Arzt am Kantonsspital Baselland und an der Klinik Arlesheim, und Ilja Karenovics, Leiter des Ressorts Bildungsangebote an der Universität Basel, die anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen dazu ein, sich dem Thema mit einem sowohl wissenschaftlichen als auch spielerischen Ansatz zu nähern. Dabei werden beispielsweise Studien betrachtet, die den negativen Effekt von übermäßiger Bildschirmzeit auf die Kreativität und Gehirnentwicklung bei Kindern belegen, und es wird anhand von experimentellen Übungen gezeigt, welche Macht die inhärente Einbildungskraft gegenüber passivem Medienkonsum aufweist.

Redaktion · 29. April 2026 · 1 Min.